Pneumokokken – unterschätzte Gefahr für die 50+ Generation
Pneumokokken sind bakterielle Erreger, die schwere Infektionen auslösen können. Sie breiten sich schnell aus und sind meist sehr schwierig zu behandeln. Pneumokokken besiedeln den Nasen- und Rachenraum der Menschen, ohne dass diese davon etwas merken oder daran erkranken. Dennoch können sie als Träger die Bakterien an andere durch eine Tröpfcheninfektion – z.B. durch Niesen, Husten, Spucken – weitergeben. „Gelangen die Erreger in die Nasennebenhöhlen, das Mittelohr, die Bronchien oder Lungenbläschen, können sie lokale Infektionen wie Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen, schwere Bronchitis oder Lungenentzündungen auslösen“, erläutertPrim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Popp, Abteilungsvorstand der 11. Medizinischen Abteilung mit Lungenkrankheiten und Langzeitbeatmungszentrum im Geriatriezentrum am Wienerwald, den Krankheitsverlauf. „Wird der Erreger durch das Blut weiter ausgebreitet, kann es zu bakteriämischenLungenentzündungen, Blutvergiftung und/oder Gehirnhautentzündung kommen. Der Verlauf ist dabei dramatisch und kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich sein.“ Ein Großteil aller schweren bakteriellen Lungenentzündungen (med. Pneumonien) weltweit wird durch Pneumokokken verursacht2, die meist plötzlich auftreten und mit einer hohen Sterblichkeit verbunden sind. Laut WHO sterben jährlich 1,6 Millionen Menschen durch die gefährlichen Pneumokokken-Bakterien. Risikogruppe 50+ In Österreich erkrankten 2010 laut dem Jahresbericht3 der Nationalen Referenzzentrale für Pneumokokken der AGES 325 Menschen an einer invasiven Pneumokokken-Infektion. 16 von ihnen starben an den Folgen der Infektion. Mehr als Dreiviertel der Erkrankungen betrafen Österreicher/-innen ab 45 Jahre. Popp: „Mit zunehmendem Alter wird die Abwehrkraft des Körpers schwächer und das Erkrankungsrisiko steigt. Dieser Umstand ist vielen „Best Agern“ aber nicht bewusst oder sie unterschätzen die Gefahr, die von einer Pneumokokken-Infektion ausgeht. Kommen zum höheren Alter noch weitere Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholismus, intensiver Kontakt mit Risikogruppen wie beim Aufenthalt in Pflegeheimen sowie bestehende Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder COPD etc. hinzu, steigt das Infektionsrisiko zusätzlich an.“
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